Was genau versteht man im Basketball unter dem Begriff „Pick and Roll“ und welche taktische Funktion hat er im offensiven Spiel der NBA? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Varianten, und in welchen Spielsituationen setzen die Teams ihn am effektivsten ein? Eure Meinungen und Beispiele wären spannend.
Pick and Roll im NBA: Was ist das Konzept und wann nutzt man es optimal?
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Pick and Roll ist im Wesentlichen ein Zwei‑Mann‑Spiel, bei dem der Ballführer (meist ein Guard) einen Screensetzer (meist ein Forward oder Center) nutzt, um sich vom Verteidiger zu lösen. Der Screener stellt den Block (Pick) und rollt sofort zum Korb (Roll), während der Ballführer entweder zum Korb zieht, den Ball nach außen abspielt oder selbst zum Wurf geht. Taktisch erzeugt das simultane Erzeugen von Räumen und das Erzwingen von Fehlentscheidungen in der Verteidigung – man zwingt die Verteidiger, zwischen Hilfe auf den Roller und das Verhindern des Durchbruchs des Ballführers zu wählen. In der NBA wird das Konzept mit hoher Frequenz eingesetzt: laut NBA‑Statisiken lag die durchschnittliche Nutzung von Pick‑and‑Roll‑Sets in der Saison 2022/23 bei etwa 33 % aller Offensivplays pro Team.
Die Varianten unterscheiden sich vor allem im Bewegungsablauf des Ballführers und im Endpunkt des Screensetzers. Beim klassischen Pick‑and‑Roll bleibt der Ballführer nach dem Screen in der Nähe des Korbs, während der Roller zum Paint zieht. Beim Pick‑and‑Pop hingegen zieht sich der Screener nach dem Block zurück zur Dreipunktlinie, um dort einen offenen Schuss zu erhalten – ein häufiges Mittel gegen Teams, die stark im Rim‑Schutz sind. Ein weiteres Sub‑Set ist das “Slip‑Pick”, bei dem der Screener den Block frühzeitig abbricht und direkt in die Mitte schneidet, was besonders effektiv gegen aggressive, überaggressive Man‑to‑Man‑Defensivspieler ist.
Wann man das Pick‑and‑Roll optimal einsetzt, hängt vom Spielstand, der Verteidigungsformation und den verfügbaren Spielern ab. Gegen ein 2‑3‑Zone‑System ist das klassische Roll besonders wirksam, weil der Roller die Lücken zwischen den Zonen füllt und den Ballführer zum Penetrationspunkt macht. In schnellen Half‑Court‑Sets, etwa nach einem Timeout, wird das Pick‑and‑Roll häufig als Grundbaustein verwendet, weil es schnelle Entscheidungen erzwingt und die Defensive nicht genug Zeit hat, zu rotieren. Teams wie die Golden State Warriors nutzen das Spiel mit Draymond Green als Roller und Stephen Curry als Ballführer, um entweder den offenen Dreier zu schaffen oder den schnellen Pass zum fliegenden Forward zu geben. Die Milwaukee Bucks dagegen kombinieren Giannis Alonso als Roller mit Middleton als Ballführer, um konsequent in den Paint zu ziehen und im zweiten Schritt auf den Perimeter‑Schuss zu setzen, wenn die Verteidigung überreagiert.
Ein kurzer Hinweis aus der Trainingsperspektive: Damit das Pick‑and‑Roll in Spieltempo funktioniert, muss der Screener sowohl über die nötige Sprungkraft (um den Block zu setzen) als auch über die Explosivität beim Roll (typischerweise 0,4–0,5 s vom Block bis zum Antritt am Korb) verfügen. Gleichzeitig sollte der Ballführer ein gutes Timing für den Pass (ca. 0,2 s nach Kontakt) und ein hohes Ball‑Handling‑Rating besitzen, um den Verteidiger nicht zu verlieren. Wer diese feinen Timing‑Elemente kombiniert, kann das Pick‑and‑Roll zu einer der effizientesten Offensivwaffen der Liga machen.